artgerecht – der Art entsprechend

artgerecht - der Art entsprechend

Gestern bei facebook: ein gepostetes Foto mit Junghund, der einen Schnuller im Maul hat.

Kommentar der Besitzerin: Er liebt den Schnuller und ist im Zahnwechsel

Hier sollte man überlegen:

  • Was habe ich überhaupt für ein Tier? Beutegreifer
  • Wie sehen die Bedürfnisse dieses Tieres aus? Sicherheit, Verstanden werden, Wahrnehmung seiner Talente und Fähigkeiten, die gefördert werden sollten.
  • Welche Instinkte hat es?
  • Was braucht mein Tier (Sozialpartner) um glücklich zu sein?
  • Wie passt das mit meinen Vorstellungen überein?

Viele Menschen haben ihre Vorstellung, wie das Zusammenleben mit dem Hund aussehen soll. Wer fragt sich ernsthaft, was der Hund für Vorstellungen von seinem Leben mit uns hat? Der Hund hat sich nicht ausgesucht, bei uns zu leben. Wir haben ihn aus seinem Umfeld herausgerissen und zu uns genommen. Da sollte man auch erwarten können, dass Mensch sich Gedanken darüber macht, was er überhaupt für ein Tier hat. Es ist weder artgerecht, dem Hund aus modischen Gründen Mäntelchen anzuziehen, noch ihm einen Schnuller beim Zahnwechsel in den Mund zu stecken.

  • Es ist artgerecht, dass er jagt, denn jeder Hund ist ein Beutegreifer.
  • Es ist artgerecht, dass er eine gewisse Territorialität besitzt, auch wenn es für uns schonmal schwierig wird.
  • Es ist artgerecht, dass er nicht alle Hund toll findet.
  • Es ist artgerecht, dass er auf gewisse Außenreize reagiert.
  • Es ist artgerecht, wenn er Ochsenziemer, Nasenknorpel, Fellohren, Kopfhaut kaut, auch wenn wir es eklig finden.

Den Hund wie eine Puppe oder Baby zu behandeln heißt, den Charakter und die Natur des Hundes nicht wahrnehmen und annehmen wollen, weil es uns nicht passt. Gehen wir so mit einem Lebewesen um, von dem wir behaupten, dass wir es lieben? Den Hund für seine eigenen Zwecke zu Mißbrauchen, damit alle sagen: "Ist das süüüüüß!" finde ich eher abschreckend und traurig für den Hund.

Ich freue mich über die Mensch-Hund Teams, die etwas über ihren Hund lernen wollen, Kommunikation wahrnehmen wollen, ihn verstehen wollen und ihm ein wirklich artgerechtes Leben ermöglichen möchten (was in unserer Gesellschaft überhaupt möglich ist).

Anbei ein Bild von Spike, der auch als Bordeaux Dogge das Treiben eines Treibballes liebt (Treiben - Jagdsequenz). Ein artgerechter Jagdersatz, wo es um Teamarbeit und kontrollierte jagdliche Beschäftigung geht. Wo man Talent und Fähigkeiten fördert und was Hund und Mensch Spaß macht.

Wenn ein Hund jagdlich beschäftigt wird, wenn er artgerechte Dinge zu Kauen bekommt, wenn man sich mit seinen Bedürfnissen auseinandersetzt und danach handelt:

Das ist für mich artgerechter Umgang, der Art entsprechend!

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte berechne den Wert * Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.