Abenteuer-Urlaub Rückschau

Mit 8 Menschen und 11 Hunden trafen wir uns am 30. September zu unserem Abenteuer-Urlaub im holländischen Zeeland im Ferienpark Marina Beach.
Die Tage waren voll mit wunderbaren Trainings, schönen gemeinsamen Aktivitäten und gemütlichen Abenden.
Die Hunde durften Markierungen suchen, fremde Menschen suchen, Hundebegegnungen entspannt angehen, schöne Erfahrungen beim Hundetausch mit fremden Menschen machen, entspannte Abende mit anderen Mensch/Hund Teams verbringen und auch am Strand gemeinsam toben.
Wir bearbeiteten einmal das Thema Markierungen in schwierigem Gelände, ebenso wie Arbeiten an der Reizangel, Mantrailing mit Geruchsselektion und Ausschluss bei Geruchsvorgaben, arbeiten mit fremden Menschen und auch daran, Hundebegegnungen entspannt anzugehen.
Die Menschen erlebten eine sehr harmonische und tolerante Gruppe, wo Raum war für viele Wünsche und Erfahrungen. Gemeinsames füreinander einstehen, viel Spaß beim gemeinsamen Krimi-Dinner und viele schöne gemeinsame und gemütliche Stunden miteinander.
Ich bedanke mich bei allen Teilnehmern für ihr Engagement füreinander, die wunderbaren Fotos von Silke und Andrea, bei Elke für den wunderbaren Nachmittag mit Qigong und auch Andrea für die schlagkräftige Einführung in die Deeskalierende Selbstverteidigung. Bei Silke und Vanessa für die vorzügliche Bewirtung und „Bekochung“ in ihrem Bungalow und allen Teilnehmern für ihren Beitrag an diesem wunderbaren Urlaub.
Karin

Erholung oder Depression?

Anlässlich dieses wunderbaren Bildes von Leni möchte ich heute mal wieder einen Beitrag schreiben.

Unser Alltag ist oft stressig und wird von vielen verschiedenen Faktoren bestimmt, die wir meistens nicht beeinflussen können. Unser Hund muss Vieles davon mitmachen bzw. miterleben.

Wie würde sein Alltag in der Natur verlaufen, wenn wir nicht diese Hektik in seinen Alltag bringen würden?

Er würde erst einmal Schlafen, Ruhen, Träumen. Vielleicht sich noch an ein anderes Rudelmitglied kuscheln. Wenn dem ranghöchsten Rudelmitglied der Magen knurrt, gehen sie gemeinsam als Gruppe auf Nahrungssuche. War man erfolgreich, wird natürlich gefressen und sich den Bauch vollgeschlagen. Und dann?

Schlafen, Ruhen, Verdauen, Träumen, sich Umdrehen, Schlafen, Ruhen, Verdauen, Träumen, Kuscheln, Schlafen, etc.

Nicht permanent das Terrain bewachen (es sei denn, er hat eine Führungsposition), nicht ständig seine Menschen kontrollieren, nicht die Kinder erziehen, nicht ständig die Aufmerksamkeit auf sich lenken wollen, nicht ständig Ansprache bekommen, ohne dass etwas Gravierendes passiert. Er hätte seine Ruhephasen, die er braucht, um entspannt und gesund durch dieses Leben gehen zu können.

Hunde schlafen in der Natur ca. 19 bis 20 Stunden täglich. Jetzt kann man sich überlegen, wie lange unser Hund schläft, während er mit uns zusammen lebt. Er braucht diese Ruhephasen, um sein Essen verdauen zu können, um im Schlaf und damit einhergehenden Träumen, das draußen Erlebte verarbeiten zu können.

Oft denken Menschen, wenn der Hund lange ruht, dass er depressiv wäre. Oh jeh! Es ist so furchtbar, wenn ein Hund nie richtig zur Ruhe kommen kann. Ständig angespannt sein, ständig aufpassen, ständig unter Strom. Wie würden wir Menschen uns dann fühlen? Wäre dies für unsere Gesundheit förderlich oder würden wir, aller Wahrscheinlichkeit nach, irgendwann Herz-Kreislauf-Erkrankungen bekommen?

Ich finde es wunderbar, wenn die Hunde bei mir ganz viel Schlafen, richtig Abhängen, nichts tun müssen, einfach das Leben entspannt genießen und Urlaub vom Alltag haben. Natürlich haben sie auch Kontakt miteinander (diejenigen, die das mögen) oder bekommen artgerechte Beschäftigung, aber ein Großteil des Tages ist Schlafen bzw. Ruhen. So können Körper und Geist zur Ruhe kommen, sich der Verdauungstrakt erholen und die notwendige Regeneration erfolgen.

Gönnt Euren Hunden die nötige Ruhe, Erholungsphasen, regenerativen Schlaf und auch gute Träume!

In diesem Sinne: Schlaf weiter, Leni!

Webinar – Dein Welpe kommt ins Haus

Welpenerziehung leicht gemacht

Lange habe ich auf dieses Webinar gewartet. Wenn die Welpenbesitzer zu mir in die Hundeschule kommen, kennt man sich noch nicht so gut und dann gute Videos zu erstellen ist schon schwierig.

Erst wollte ich mit einer kleinen, etwas älteren Hündin die Videos drehen. Dann ist bei uns die Entscheidung gefallen, selber wieder einen Welpen in unsere Familie zu holen. So konnte ich unseren Weg mit den gedrehten Videos dokumentieren. Es hat mir sehr viel Freude gemacht und es ist tatsächlich so einfach, wie es aussieht.

Hier folgt ein kurzer Trailer vom Webinar: Dein Welpe kommt ins Haus – Welpenerziehung leicht gemacht

In diesem Webinar lernst Du in ca. 2 Stunden und 50 Minuten alles über einen guten Start mit Deinem neuen Familienmitglied.

  • erste Schritte
  • Begrenzung
  • Struktur zu Hause
  • die Umfelder
  • Instinkte und Bedürfnisse Deines Hundes
  • Prägung und Sozialisierung
  • Der Aufbau von Signalen
  • Wie sieht eine gute Welpenspielgruppe aus?
  • Wie positionierst Du Dich in der Rudelstruktur?
  • Leinenaufbau und Leinenführung
  • mögliche Fehlerquellen und deren Lösungsvorschläge

Jetzt online zum Download

Nach Tod kommt Leben

Nach Tod kommt Leben!

Lange konnte ich diesen Beitrag nicht schreiben. Zu sehr schmerzte der Verlust von meiner besten Lehrerin aller Zeiten, Freundin, Wegbegleiterin, Gefährtin: Carla.

Sie ist im Juli letzten Jahres gestorben. Sie wird unvergessen bleiben.

Leider ist das Hundeleben einiges kürzer als unseres und wir können nur unseren Hund während seines Lebens begleiten, betreuen, versorgen, auf seine Bedürfnisse achten und ihm ein möglichst schönes und artgerechtes Leben bieten. Für uns alle ist irgendwann der Zeitpunkt gekommen, wo wir ihn gehen lassen müssen.

Eine Schutzbefohlene, die mich über Jahre begleitet und mein Leben komplett verändert hat, zu verlieren, war für mich sehr schwer. Wie jemand trauert und wie lange es dauert, muss jeder für sich entscheiden.

Aber es kommt auch wieder die Zeit für einen Neuanfang.

Mitte Mai wird wieder ein Hundemädchen bei uns einziehen. Wir freuen uns so!

 

Gewalt im Hundetraining

Gewalt im Hundetraining

Alle die meine Hundeschule kennen, wissen, dass bei mir das Thema Ethik ein entscheidender Aspekt im Umgang mit dem Hund ist.

Um so mehr verwundert es mich, dass Hundebesitzer es tolerieren und akzeptieren, wenn ihre Hunde von Trainern misshandelt werden. Ich höre immer wieder von gebrochenen Knochen, Hunden, denen an den Lefzen gerissen wird, die geschlagen werden. Ich habe Trainings miterlebt, die konnte ich nicht bis zum Ende ansehen, so grausam fand ich das, was passiert ist.

Wollen wir so mit unserem Sozialpartner Hund umgehen? Alle behaupten, sie lieben ihren Hund. Wie kann man dann so etwas tun oder auch zulassen, dass es mit ihm getan wird?

Natürlich hat man dann erst einmal das Problemverhalten abgestellt. Oft sind die Menschen dann sogar zufrieden, man hat ja sein Problem gelöst. Wenn wir unsere Kinder verprügeln, trauen sie sich auch nicht mehr, bestimmte Verhaltensweisen zu zeigen. Aber ist es tatsächlich das, was wir wollen? Dass unser Sozialpartner vor uns Angst hat? Dass er sich wehren muss? Dass er sich überhaupt nicht mehr traut, aufzumucken?

Vorbeugen, statt Reagieren

Erstaunlich finde ich auch, dass Menschen oft ein riesen Problem damit haben, den Hund in einer Box zu begrenzen oder draußen an der Leine zu begrenzen, aber keine Probleme damit haben, den Hund anzubrüllen, zu schlagen, mit Starkzwangmitteln gefügig zu machen, etc., wenn er nicht das tut, was von ihm erwartet wird.

Ich finde es traurig, dass Menschen oftmals ihre Macht missbrauchen, sich über die Unterjochung eines Hundes selber ein erhabeneres Gefühl verschaffen und dann auch noch der Meinung sind, dass sie gute Hundeführer oder gar Hundetrainer sind. Mangelndes Fachwissen wird dann oft mit Gewalt am Hund kompensiert, statt sich Gedanken über das Tier und die Ursachen für dessen Verhalten zu machen.

Das bedeutet nicht, dass es bei mir immer Schmusekurs gibt. Aber Fairness, Kommunikation und Respekt vor dem Anderen ist ein entscheidender Punkt in der Hund-Mensch-Beziehung.

Es gibt ein schönes Sprichwort zu diesem Thema: Es ist dumm, immer das Gleiche zu tun und eine Änderung zu erwarten.

Das Schwierigste ist allerdings, wirklich etwas anderes zu tun und anzufangen, umzudenken. Und wenn man angefangen hat, umzudenken, dies auch in die Praxis umzusetzen. Danach kommt die Schwierigkeit, dass man das, was man umgesetzt hat, auch beibehält. Ja, ich gebe zu, das ist alles schwieriger, als dem Hund eins mit der Leine überzuziehen oder ihm Schmerzen zuzufügen.

Aber es lohnt sich!

Dog Camp

Samstag, 27. Mai. Fährten- und Mantrailingnachmittag war geplant. Wettervorhersage: 30°C.

Damit gab es ein dickes Problem. Hunde bei den Temperaturen im Auto lassen? Keine Option. Wo ist ein Bachlauf oder See, wo man mit 8 Fahrzeugen parken kann und dann auch noch die Ruhe zur Fährtensuche hat, ohne dass einem freilaufende und unkontrollierbare Hunde in die Parade fahren?

Meine Entscheidung fiel auf den Königsforst. Wir haben den Nachmittag auf den Vormittag vorverlegt, so dass es noch nicht ganz sooo heiß war. Mit Bollerwagen haben wir Boxen und Klappstühle transportiert und unser Dog Camp direkt am Bach aufgeschlagen.

So konnten alle Hunde im kühlen Wald mit dabei sein. In den Stunden, wo wir dort aktiv waren, konnten die anderen Hunde, die nicht mit Suche beschäftigt waren, zur Ruhe kommen oder sich im Bach abkühlen.

Es gab viele Ablenkungsreize, wunderbare Sucharbeit der Hunde, keine unschönen Hundebegegnungen, so dass wir alle nach getaner Arbeit, zufrieden und erledigt den Heimweg angetreten haben.

Für meine Kunden

Für meine Kunden:

Ich bin in diesem Jahr 10 Jahre selbständig.

Zeit über einige Dinge nachzudenken. Wenn ich die derzeitige Lage betrachte, bin ich einfach nur dankbar.

Es gibt viele schwierige Situationen für einen Hundeerziehungsberater:

Besonders, wenn die Problematik in der Familie meiner Kunden so gravierend ist, dass die Menschen sich von ihrem Hund trennen wollen. Die Belastung bei Mensch und Hund zu sehen, ist eine der schwierigsten Aufgaben für mich. Im Besonderen, weil der Hund keine Fürsprecher hat und er fast immer der Leidtragende ist. Unverschuldet in diese Situation gebracht, ist er, je nach Problematik, sehr häufig chancenlos.

Um so dankbarer bin ich für die Menschen, die ich begleiten darf. Die sich unsägliche Mühe geben, eine gute Beziehung zu ihrem Hund aufzubauen. Die Zeit und Energie investieren, erarbeitete Lösungsansätze umzusetzen, regelmässig über die Mensch-Hund Beziehung schauen lassen und die die kleine Hundeseele ein Hundeleben lang begleiten, unterstützen, fördern.  Die ihren Hund einfach nur lieben, ohne Bedingungen.

Vielen Dank, dass ich mit Euch arbeiten darf!!!

Eure Karin

Begrenzung versus Freiheit

Begrenzung versus Freiheit

"Der Hund muss doch noch Hund sein dürfen, er soll doch auch seine Freiheit genießen. Er muss nur kommen, wenn ich ihn rufe."

Das sind so die Standardsprüche vieler Hundehalter. Aber was bedeutet das eigentlich? Es ist eigentlich ein Widerspruch in sich!

Freiheit

Er muss nur kommen, wenn ich ihn rufe. Was hat das mit Freiheit zu tun. Wenn der Mensch das möchte, hört die Freiheit auf? Wo ist dann die Freiheit? Sie ist nur solange für den Hund vorhanden, wie wir es tolerieren. Passieren Dinge, die wir nicht möchten, ist es vorbei mir der Freiheit. Ist das tatsächlich Freiheit? Hätte er wirklich Freiheit, könnte er alles selbst entscheiden und managen. Dann müsste er auch nicht kommen, wenn wir ihn rufen. Das wäre Freiheit. Aber das wollen wir auch nicht.

Pflichten

Genießt er tatsächlich seine Freiheit? Oder bedeutet es eher die Wahrnehmung von Pflichten und Aufgaben? Dass er für Sicherheit sorgt, indem er unterwegs als erstes alle fremden Hunde und Menschen checkt. Oder überall sein Revier für die nachfolgenden Nahrungskonkurrenten markieren muss? Vielleicht auch für die Sicherheit der Kinder zuständig ist? Oder er seine Menschen beschützen muss? Oder, oder, oder. Also: Kann der Hund wirklich draußen seine Freiheit genießen? Oftmals bedeutet dies wirklich Stress für ihn, von wegen Freiheit genießen......

Hat er im Rudel Freiheit? Darf er da auf fremden Terrain sich von der Gruppe entfernen? Darf er da eigenständig agieren? Oder wird das vom Ranghöchsten entschieden und angeleitet? Ist es außerhalb der Gruppe für ihn alleine sicher?

Sicherheit

Vor einigen Jahren war ich mit meiner Kollegin Angelika auf einer kleinen Insel in Thailand. Dort lebte ein Hunderudel von 4 Hunden. 2 Rüden und 2 Hündinen. Die Rüden mochten sich nicht wirklich. Sie lagen innerhalb der Bungalowanlage immer an unterschiedlichen Orten. Die Hündinnen ebenfalls. Also auf geschütztem Terrain war die räumliche Nähe nicht so entscheidend. Es war halt sicher. Aber wenn die Hunde-Gruppe über die Insel zog, waren alle 4 unmittelbar zusammen. Für sich alleine wäre dort kein Hund sicher gewesen. Der ranghöchste Rüde hat geregelt. Er hatte auch diverse Löcher im Kopf von Kämpfen mit fremden Hunden. Jetzt kann sich jeder mal überlegen, wie es in der Realität aussieht, wenn wir mit Hund im Wald unterwegs sind........... Oftmals werden wir dann mit fremden Hunden konfrontiert, dann kommt lange nichts und dann kommt irgendwann ein Mensch. Zusammen unterwegs sein, sieht anders aus. Das heißt auch nicht, dass diese Hunde ihre Freiheit genießen. Eigentlich sind sie mutterseelenallein unterwegs, auf sich allein gestellt, weil die Menschen denken, es ist für sie ok. Aber welche Bedürfnisse hat eigentlich ein Hund?

Das größte Bedürfnis beim Hund ist Sicherheit. Fühlt er sich nicht sicher, kann er nicht fressen. Fühlt er sich nicht sicher, kann er sich nicht fortpflanzen. Und diese Sicherheit und Geborgenheit können wir Menschen auch beim Hund gewährleisten, wenn wir uns vor Augen führen, was es für ihn bedeutet.

Hund sein dürfen heißt also: Sich entspannt zurücklehnen können und Papa und Mama alles regeln lassen, so wie in einem Hunderudel auch das ranghöchste Paar alles für die Gruppe regeln würde.

Geborgenheit

Und es gibt Hunde, die es regelrecht genießen, wenn sie den Schutz und die Geborgenheit von den Menschen bekommen.

Ich habe diese Woche ein Foto zugesandt bekommen, wo man förmlich sieht, wie der Hund die Begrenzung durch Mama genießt. Er versenkt förmlich seinen Kopf in die Halskuhle von seiner Besitzerin, so genießt er diese Geborgenheit. Dieses Foto fand ich so selbsterklärend, dass ich direkt diesen Beitrag schreiben musste.

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Die meisten Hunde sind mit der Freiheit, die wir ihnen aufzwingen, so überfordert, dass der Stresspegel ins unermessliche steigt. Die Anzeichen werden nur selten wahrgenommen.

Begrenzung bedeutet die Wahrnehmung unser Elternrolle

Der Beginn von einer guten Beziehung und Erziehung ist Begrenzung. Kann man den Hund in der Wohnung nicht begrenzen, dann sicherlich nicht draußen, wenn es in seinen Augen kritisch wird.

Möchten wir gut erzogene Hunde, die sich an uns orientieren und unsere Signale befolgen und zu uns eine gute Beziehung und sichere Bindung haben, müssen wir uns das erarbeiten und unsere Elternrolle wahrnehmen.

Ich helfe Euch gerne dabei.

Liebe Grüße und einen guten Start in die Woche

Eure Karin

artgerecht – der Art entsprechend

artgerecht - der Art entsprechend

Gestern bei facebook: ein gepostetes Foto mit Junghund, der einen Schnuller im Maul hat.

Kommentar der Besitzerin: Er liebt den Schnuller und ist im Zahnwechsel

Hier sollte man überlegen:

  • Was habe ich überhaupt für ein Tier? Beutegreifer
  • Wie sehen die Bedürfnisse dieses Tieres aus? Sicherheit, Verstanden werden, Wahrnehmung seiner Talente und Fähigkeiten, die gefördert werden sollten.
  • Welche Instinkte hat es?
  • Was braucht mein Tier (Sozialpartner) um glücklich zu sein?
  • Wie passt das mit meinen Vorstellungen überein?

Viele Menschen haben ihre Vorstellung, wie das Zusammenleben mit dem Hund aussehen soll. Wer fragt sich ernsthaft, was der Hund für Vorstellungen von seinem Leben mit uns hat? Der Hund hat sich nicht ausgesucht, bei uns zu leben. Wir haben ihn aus seinem Umfeld herausgerissen und zu uns genommen. Da sollte man auch erwarten können, dass Mensch sich Gedanken darüber macht, was er überhaupt für ein Tier hat. Es ist weder artgerecht, dem Hund aus modischen Gründen Mäntelchen anzuziehen, noch ihm einen Schnuller beim Zahnwechsel in den Mund zu stecken.

  • Es ist artgerecht, dass er jagt, denn jeder Hund ist ein Beutegreifer.
  • Es ist artgerecht, dass er eine gewisse Territorialität besitzt, auch wenn es für uns schonmal schwierig wird.
  • Es ist artgerecht, dass er nicht alle Hund toll findet.
  • Es ist artgerecht, dass er auf gewisse Außenreize reagiert.
  • Es ist artgerecht, wenn er Ochsenziemer, Nasenknorpel, Fellohren, Kopfhaut kaut, auch wenn wir es eklig finden.

Den Hund wie eine Puppe oder Baby zu behandeln heißt, den Charakter und die Natur des Hundes nicht wahrnehmen und annehmen wollen, weil es uns nicht passt. Gehen wir so mit einem Lebewesen um, von dem wir behaupten, dass wir es lieben? Den Hund für seine eigenen Zwecke zu Mißbrauchen, damit alle sagen: "Ist das süüüüüß!" finde ich eher abschreckend und traurig für den Hund.

Ich freue mich über die Mensch-Hund Teams, die etwas über ihren Hund lernen wollen, Kommunikation wahrnehmen wollen, ihn verstehen wollen und ihm ein wirklich artgerechtes Leben ermöglichen möchten (was in unserer Gesellschaft überhaupt möglich ist).

Anbei ein Bild von Spike, der auch als Bordeaux Dogge das Treiben eines Treibballes liebt (Treiben - Jagdsequenz). Ein artgerechter Jagdersatz, wo es um Teamarbeit und kontrollierte jagdliche Beschäftigung geht. Wo man Talent und Fähigkeiten fördert und was Hund und Mensch Spaß macht.

Wenn ein Hund jagdlich beschäftigt wird, wenn er artgerechte Dinge zu Kauen bekommt, wenn man sich mit seinen Bedürfnissen auseinandersetzt und danach handelt:

Das ist für mich artgerechter Umgang, der Art entsprechend!